Dieses zweijährige Projekt 01.01.2005 bis zum 31.12.2006 ist Bestandteil des deutschen Bundesprogramms „entimon - Gemeinsam gegen Gewalt und Rechtsextremismus“. In diesem Rahmen organisierte das CFB am 14.-16.November 2005 eine internationale Starterkonferenz unter der Schirmherrschaft des Europarates, des Kongresses der Regionen und Gemeinden des Europarats und der UNESCO, an der Teilnehmer von den Kommunalverwaltungen und von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus zehn europäischen Städten teilnahmen: Berlin, Brüssel, Budapest, Istanbul, London, Madrid, Moskau, Paris, Prag und Warschau.
Das besondere Anliegen des Projektes ist es, eine Zusammenarbeit zwischen Kommunen und NGOs im Bereich der Menschenrechtsbildung und der Bekämpfung von Rassismus, Antisemitismus, Xenophobie und Intoleranz (RAXI) anzuregen und zu unterstützen. So soll eine neue Balance zwischen öffentlicher und privater Verantwortung gefunden werden. Bei der Konzeption und Durchführung des Projektes arbeitet des CFB eng mit der Leitung des Budapester Jugendzentrums des Europarates, sowie mit professionellen Trainern im Bereich Jugendarbeit und Menschenrechtsbildung aus dem Trainers Pool des Europarates zusammen. Die Trainer des CFB sind vor Ort in den teilnehmenden Städten und begleiten den Prozess der Kooperation zwischen Verwaltung und NGO’s zwischen den einzelnen Konferenzen.
Als Grundlage dient der 2005 vom Europarat vorgestellte Kompass, Handbuch zur Menschenrechtsbildung für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit sowie die überarbeitete Europäische Charta der Jugendpartizipation am Leben der Gemeinde und der Regionen des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarates.
Zur Vertiefung der Thematik und der Zusammenarbeit wird am 13.- 15.November 2006 eine weitere internationale Konferenz stattfinden. Ziel des CFB und seiner Projektpartner ist es, auch nach dem Auslaufen des entimon-Projektes Ende 2006 einen nachhaltigen europäischen Erfahrungs- und Gedankenaustausch und weitergehende Beziehungen auf der Arbeitsebene zu sichern. Hierzu hat das CFB mit einer neuen entimon-Internetseite eine Kontakt- und Austauschplattform geschaffen.
Ferner soll als Ergebnisprodukt des Projektes zum Ende dieses Jahres ein Handbuch zur Kooperation von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft auf lokaler Ebene erscheinen, dessen thematischer Fokus die Menschenrechts- und Jugendarbeit sein wird. Neben der theoretischen und politischen Ebene wird es insbesondere praktische Ratschläge für Kooperationsmöglichkeiten, sowie konkrete Beispiele aus den 10 europäischen Partnerstädten enthalten. Es sollen neue Formen demokratischen Verständnisses auf lokaler Ebene und eine neu definierte Beziehung zwischen Bürgern und ihrer Stadt vorgestellt werden. Das Buch möchte zu mehr Bürgerpartizipation und Zivilcourage anregen und, unter Berücksichtigung unterschiedlicher lokaler Realitäten, neue Stadtentwicklungsstrategien vorstellen.
Parallel zu diesem Teil des Projekts setzte sich das CFB (als deutsch-französische Organisation) für eine Zusammenarbeit zwischen deutschen und französischen Institutionen ein. Daraus resultierten die Paris-Berlin-Konferenzen.
Im November 2005 lud das CFB zum ersten Mal eine Pariser und eine Berliner Stadtdelegation zur ersten Paris-Berlin-Konferenz in Berlin ein. Dabei wurde das Ziel verfolgt über die Tagesaktualität hinaus, zu einer gemeinsamen Reflexion über integrierte Handlungsansätze und einen bilateralen Austausch über bestimmte Themen anzuregen: Wie sieht es vor Ort mit der sozialen Vernetzung, mit der Integration, mit Projekten, mit der Partizipation aus?
Das zweite Treffen im März 2006 in Paris und das dritte Treffen im Mai 2006 in Berlin ermöglichte Berliner und Pariser Repräsentanten der Verwaltung aus verschiedenen Zuständigkeitsbereichen (Integration, Stadtentwicklung, Jugend), ihren Ansprechpartner und die Strukturen der Verwaltung der jeweiligen Städte kennen zu lernen, sowie gegenseitige Informationen über Strukturen und Strategien auf der lokalen Ebene auszutauschen. Die Teilnehmer bekamen zusätzlich die Gelegenheit, Projekte vor Ort zu besuchen und somit Erfahrungen und „Best Practices“ auszutauschen. Als konkreter Zusammenarbeitsvorschlag wurde vorgeschlagen, eine regelmäßige Kooperation zwischen jungen Berlinern und Parisern zu organisieren, mit einer gemeinsamen Struktur und gemeinsamen Themen.
In dieser Hinsicht verfolgt das Centre Français de Berlin auch nach dem Auslaufen des entimon-Projektes Ende 2006 das Ziel, den schon bestehenden Austausch zu vertiefen und ihm eine langfristige und nachhaltige Form zu geben, indem auch konkrete Projekte entwickelt werden und ggf. ein Nachfolgeprojekt zu beantragen.